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Welche Aspekte sind entscheidend für die weitere Verbreitung von Elektrofahrzeugen? Und für wen sind sie – ob als eigenes Auto oder in einem Sharing-Angebot – besonders attraktiv? Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI ist diesen Fragen im Rahmen der Begleitforschung zu den „Modellregionen Elektromobilität“ nachgegangen. Die Ergebnisse zeigen: Kurzfristig sind für Carsharing vor allem jüngere Paare und Familien eine vielversprechende Zielgruppe. Für den Kauf von Elektrofahrzeugen sind Privathaushalte hingegen erst mittelfristig relevant, hier sind kurzfristig gewerbliche Flotten wichtiger.

Für die kürzlich erschienene Broschüre „Elektromobile Sharing-Angebote: Wer nutzt sie und wie werden sie bewertet?“ hat das Fraunhofer ISI 947 Menschen befragt, die elektromobile Sharing-Angebote nutzen. Die Ergebnisse zeigen, dass sie eine relativ homogene Gruppe bilden: Häufig sind es Männer jüngerer Altersgruppen (Durchschnittsalter 39 Jahre) mit hoher Bildung. Sie sind meist erwerbstätig und leben in kleineren Haushalten – teilweise mit Kindern – in zentralen Wohnlagen. Die Mehrheit hat keinen eigenen Pkw und ist im Alltag relativ multimodal unterwegs, nutzt also viele verschiedene Verkehrsmittel.

Da viele Nutzerinnen und Nutzer von E-Carsharing bereits Erfahrung mit herkömmlichen Sharing-Systemen haben, sind sie keine völlig neue Klientel. Elektrofahrzeuge in Sharing-Angeboten ziehen also kaum zusätzliche Kundengruppen an, eignen sich aber dazu, vor allem jüngere Menschen, die noch kein Auto benötigen oder es sich noch nicht leisten können, an Elektromobilität heranzuführen.

E-Carsharing auf Menschen zwischen 30 und 40 zuschneiden

Laut den Analysen des Fraunhofer ISI gibt es zwei wichtige Zielgruppen für elektromobiles Carsharing: Zum einen Menschen unter 40 Jahren, die kein eigenes Auto besitzen und sehr multimodal und E-Sharing-affin sind, zum zweiten etwas ältere Paare und junge Familien mit Auto im Haushalt, die einen mittleren Grad an Multimodalität sowie eine mittlere Affinität für E-Sharing zeigen. Deshalb empfiehlt das Forschungsteam, E-Carsharing-Angebote auf die Bedürfnisse von jüngeren bis mittelalten Personen zwischen 30 und 40 Jahren in Paar- oder Familienhaushalten zuzuschneiden, die die Sharing-Systeme entweder als Ersatz oder als Ergänzung zum eigenen Pkw nutzen. Projektmitarbeiterin Uta Schneider vom Fraunhofer ISI ergänzt: „Die sharing-affinen und multimodalen Personen sind höchstwahrscheinlich auch geübt im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien und sind deshalb eine geeignete Zielgruppe für integrierte Mobilitätsangebote, die beispielsweise Elektrofahrzeuge mit dem ÖPNV kombinieren.“

Im Hinblick auf die Bewertung der elektrischen Fahrzeuge sind die meisten befragten Nutzerinnen und Nutzer von den Elektrofahrzeugen begeistert, bewerten sie als umweltfreundlich und nützlich im Alltag und kommen mit ihnen gut zurecht. Nicht ganz so zufrieden zeigen sie sich mit der Reichweite und den als zu hoch empfundenen Kosten. Zudem finden sie, dass die Verfügbarkeit von Elektrofahrzeugen in den Sharing-Flotten erhöht werden sollte.

Diese Bewertungen decken sich im Wesentlichen mit denen, die 2015 in der Broschüre „Elektromobilität in Haushalten und Flotten: Was beeinflusst die Kauf- und Nutzungsbereitschaft?“ veröffentlicht wurden: Hierfür befragte das Projektteam vom Fraunhofer ISI 500 private und gewerbliche Nutzerinnen und Nutzer von Elektrofahrzeugen.

In gewerblichen Flotten größere Akzeptanz als in Privathaushalten

Dabei zeigte sich, dass bei Privatpersonen die Bereitschaft, ein konventionelles Fahrzeug durch ein Elektrofahrzeug zu ersetzen, relativ niedrig ausgeprägt ist. Deutlich höher ist die Akzeptanz in gewerblichen Flotten. Das liegt unter anderem daran, dass hier oft konventionelle Ersatzfahrzeuge für die Fahrten zur Verfügung stehen, die die Möglichkeiten der Elektrofahrzeuge übersteigen. So werden Ladedauer und Transportkapazität von gewerblichen Nutzerinnen und Nutzern zwar ähnlich verhalten bewertet wie von Privatpersonen, dies wirkt sich jedoch nicht negativ auf ihre Akzeptanz aus.

Projektleiterin Dr. Elisabeth Dütschke vom Fraunhofer ISI rät: „Es wäre sinnvoll, Elektrofahrzeuge vor allem im E-Carsharing und in gewerblichen Flotten stärker zu fördern. In diesen Bereichen kommen verstärkt jüngere Menschen, die eher keine Neuwagen kaufen, mit dieser Technologie in Kontakt. So lernen sie frühzeitig Elektrofahrzeuge kennen und ziehen bei positiven Erfahrungen eher den Kauf eines Elektrofahrzeugs in Erwägung, wenn sich ein Bedarf entwickelt. Langfristig wird so ein Mentalitätswandel in Sachen Mobilität unterstützt.“

Die Broschüren „Elektromobile Sharing-Angebote: Wer nutzt sie und wie werden sie bewertet?“ und „Elektromobilität in Haushalten und Flotten: Was beeinflusst die Kauf- und Nutzungsbereitschaft?“ können unter https://www.now-gmbh.de/de/service/publikationen heruntergeladen werden.

Quelle: Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

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