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Energie sparen und gleichzeitig die Kohlenstoffdioxid-Emissionen begrenzen sind zwei wesentliche Herausforderungen im Rahmen der Energiewende. Ökobilanzierungen, die den Abfall-, Ressourcen- und Energieverbrauch in Herstellung und Transport erfassen, erfreuen sich deshalb immer größerer Nachfrage. Viele Unternehmen nutzen Ökobilanzen, um die Umweltwirkung ihrer Produkte zu analysieren. Übliche Ökobilanzen beziehen jedoch meist nur Herstellung, Transport und Entsorgung mit ein, da in der Nutzungsphase keine Emissionen entstehen. Fraunhofer UMSICHT hat im Auftrag der Firma Athmer und in Kooperation mit Dr. Stefan Pollak vom Lehrstuhl Feststoffverfahrenstechnik der Ruhr-Universität Bochum nun ein Bilanzierungstool entwickelt, das über die Herstellungs- und Transportphase hinaus vor allem die Nutzungsphase mit einbezieht. Ein Team rund um Geograf Boris Dresen untersuchte die Auswirkungen von automatischen Türdichtungen auf die Treibhausgasemissionen und den damit verbundenen Energieverbrauch.

Wie effizient und klimaschonend ist die Türdichtung? © Fraunhofer UMSICHT

Wie effizient und klimaschonend ist die Türdichtung?
© Fraunhofer UMSICHT

Mehr Heizleistung durch Luftzirkulation

Ein Raum muss klimatisiert oder beheizt werden, damit er sich auf die entsprechende Wunschtemperatur einstellt. Ein Türspalt im Bodenbereich kann auf die Raumtemperatur jedoch Einfluss nehmen. »Aufgrund seiner Luftdurchlässigkeit kommt es zur Luftzirkulation zwischen unterschiedlich warmen Räumen, die warme Luft entweicht«, erklärt Boris Dresen. Damit das Temperaturniveau trotzdem konstant bleibt, muss die Heizleistung erhöht werden. Das kostet Energie und erzeugt CO2: in Kilogramm wie in barer Münze. Automatische Türdichtungen verhindern diese Art von Luftzirkulation; im Zimmer muss dementsprechend weniger klimatisiert werden. Türdichtungen tragen somit zu einer Reduktion der Kohlenstoffdioxidemissionen bei und helfen gleichzeitig, Energiekosten einzusparen. Mit dem von UMSICHT entwickelten Bilanzierungstool lässt sich ermitteln, wie viel Treibhausgasemissionen für einen in Bezug auf Größe und Luftvolumen definierten Raum oder ein definiertes Gebäude eingespart werden können, wenn automatische Türdichtungen installiert sind.

Über das Tool in wenigen Sekunden zur persönlichen Ökorendite

Grundlage des Bilanzierungstools ist ein Modell zur Gebäudeklimatisierung, das von Dr. Pollak entwickelt wurde und die Luftströmung in Räumen beschreibt. »In dem Modell habe ich berechnet, wie viel Luft pro Stunde durch den Türspalt entweicht, zum Beispiel bei unterschiedlichen Temperaturniveaus oder unterschiedlicher Geometrie des Türspalts«, so Pollak. Boris Dresen ergänzte das Modell mit Klimadaten aus 21 Ländern: »Schließlich müssen wir für Gebäude in Saudi-Arabien andere Klimadaten berücksichtigen als beispielsweise in Großbritannien. Auch die Erdgas- und Strompreise unterscheiden sich länderspezifisch. Somit ist unser Bilanzierungstool international anwendbar.« Daten zur Produktion der Türdichtungen am Produktionsstandort der Firma Athmer in Arnsberg/Sauerland sowie deren Transport in das entsprechende Zielland sind im letzten Schritt integriert worden. »Auf diese Weise können wir die Ökobilanz der Türdichtungen über den gesamten Lebensweg abbilden«, so Dresen.

Der Nutzer definiert schlussendlich über diverse Eingabemasken sein Gebäude, und wenige Sekunden später hat das Bilanzierungstool die persönliche Ökorendite errechnet. Die Ergebnisse bestätigen dem Nutzer unter Berücksichtigung seiner individuellen Gebäude- bzw. Türparameter erhebliche Kostenvorteile durch geringere Energiekosten. Gleichzeitig leistet er einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz. Die Investition in Türdichtungen bringt eine ökonomische und ökologische Rendite.

Quelle: Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

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